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Circling – eine Einführung

Logos IBP-Verein und Institut

«Die radikale Präsenz des Circlings öffnet neue Entfaltungsräume»

Am 6. 11. 2025 konnte ich am IBP-Institut Circling vorstellen und danach einen Workshop leiten, der Gelegenheit bot, Circling direkt zu erleben.

Das Institut für Integrative Körperpsychotherapie (Integrative Body Psychotherapy) oder kurz IBP-Institut ist in den frühen 90er Jahren in Winterthur entstanden. Es bildet heute nebst Psychotherapeut*innen auch Coaches aus und bietet Kurse in Persönlichkeitsentwicklung an. Ich habe dort von 2010 – 2013 eine bso-anerkannte Coaching-Ausbildung  absolviert.

Trägerstruktur des IBP-Instituts ist der IBP-Verein. (Wo ich während 4 Jahren im Vorstand mitgewirkt habe.) Dem Fachverband dieses Vereins gehören am IBP-Institut ausgebildete Psychotherapeut*innen und Coaches an.

Dieser Fachverband hat am 6. November 2025 einen Event für seine Mitglieder organisiert, an welchem ich Gelegenheit hatte Circling vorzustellen und anschliessend einen Workshop zu leiten.

Die Einführung in das Circling habe ich als Audiodatei aufgenommen und später transkribiert. Das Transkript wiederum habe ich (mithilfe einer KI) so zusammengefasst, dass es auf verständliche Weise Kernelemente des Circlings vorstellt:

Circling – eine Einführung

🌟 Kernaussage und Essenz des Circlings

Beziehungen gestalten Menschen: Ein zentraler Leitsatz für das Circling ist: „Es sind nicht die Menschen, die Beziehungen gestalten, sondern es sind die Beziehungen, die die Menschen ge­stalten“.

Fokus auf Verbindung und Präsenz: Im Circling geht es primär um die Verbindung, darum, wie die Teilnehmenden im Moment miteinander sind. Es beinhaltet radikale Präsenz und die Verbin­dung des eigenen «Soma» (Körper in seiner ganzen Lebendigkeit) mit dem Soma der anderen.

Magische Momente: Durch gemeinsame Präsenz, Schweigen, Zuhören und das Einbringen von Resonanz können tiefe, fast „magische Momente“ entstehen, die nicht gesteuert oder erklärt werden können.

Wirksamkeit: Circling kann eine Wirkung entfalten, die Therapie oder Coaching mindestens ebenbürtig ist.

🔑 Schlüsselbegriffe und Grundprinzipien

Circling ist eine Praktik, keine Theorie, die man einfach wiedergeben könnte. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind:

Präsenz: Die Abwesenheit von Ablenkung; es geht darum, was gerade im Moment lebendig wird, wenn man mit sich selbst, einer Person oder dem gesamten Gruppenfeld in Verbindung ist.

Wahrnehmung: Es wird das eingegeben, was man gerade als am lebendigsten wahrnimmt, wie eine Körperwahrnehmung oder eine plötzlich auftauchende Erinnerung, ohne dies verstehen zu müssen oder zu hinterfragen. Besonders spannend sind subtile Wahrnehmungen.

Kein „Warum?“: Im Circling wird nicht gefragt, warum jemand etwas gesagt hat. Der Fokus liegt immer darauf was gerade wahrgenommen wird und wie man sich fühlt.

Connection/Verbindung: Der Moment der Verbundenheit, aus dem heraus Neues entsteht.

Gleichberechtigung: Alle sind gleichberechtigt. Der Facilitator hält lediglich den Raum mit und greift allenfalls ein, wenn etwas „aus dem Ruder läuft“; er ist Teil des Geschehens.

Keine Steuerung/Hilfe: Es geht nicht darum, bewusst zu lenken oder den anderen helfen zu wollen, wie es oft in Coaching- oder Therapie-Settings der Fall ist. Natürlich kann ein Impuls entstehen, z.B. jemanden trösten zu wollen. Dies kann man als Impuls mitteilen mit und auch fragt, ob es in Ordnung ist, dies zu tun.

5️ Prinzipien des Circlings (nach Circling Europe – heute «Transformational Connection»)

Die folgenden fünf Prinzipien sind Leitlinien, die helfen, Circling besser zu verstehen:

Die Bereitschaft, in Verbindung zu gehen: Die grundlegende Voraussetzung, einander wahrzu­nehmen und Resonanz zu geben.

„Own your experience“ (Jede*r ist für seine/ihre Erfahrung selbst verantwortlich): Man ist für sich selbst verantwortlich und schaut für seine Bedürfnisse; man ist nicht für das verantwortlich, was bei an­deren läuft.

Bleibe auf der Ebene der Sinneswahrnehmung: Konzentriere dich auf die Sinnes- und Körper­wahrnehmung und kehre möglichst immer dorthin zurück, wenn du abgelenkt bist oder «nicht weiter weisst».

Vertraue deinem Erleben: Vertraue darauf, dass alles, was auftaucht, eine Bedeutung für den eigenen Prozess und jenen der Gruppe hat, selbst wenn du keine Ahnung hast, warum dies gerade auftaucht.

Sei mit den anderen in deren Welt: Während man mit den anderen in deren Welt ist, bleibt man bei sich, und gibt ein, was als innere Resonanz auftaucht.

📜 Ursprung und Praktiken

Entstehung: Circling entstand in den späten 90er Jahren auf einem Burning Man Festival durch eine gemeinsame Erfahrung von Guy Sengstock und Decker Cunov.

Varianten: Es gibt verschiedene „Schulen,“ wobei „Transformational Connection“ (ehemals Circling Europe) die grösste Community ist.

Praktiken:

Birthday Circle: Ein Setting, bei dem eine Person von einer Gruppe mit deren Präsenz und Reso­nanz beschenkt wird, indem alle anderen mit der Person in deren Welt sind. Es geht um die The­men der beschenkten Person.

Fundamentals: Einstiegsübungen, oft in 2er- oder 3er-Settings, um miteinander anzukommen.

Surrendered Leadership (Hingabe an den gegenwärtigen Prozess): Die Praxis in der grossen Gruppe, bei der man sich dem hin­gibt, was im Moment passiert, und sich vom dem sich entfaltenden Prozess leiten lässt.

Ich schliesse mit der Feststellung, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen IBP und Circling gibt, was den Übergang in den praktischen Teil des Abends erleichtern sollte.

Nachtrag:

Die verantwortliche Organisatorin des Events hat später – zusammen mit einem zusammenfassenden Anhang – eine Nachricht an alle Adressat*innen des Fachverbandes verschickt, die unter anderem folgende Zeilen enthält. Diese gebe ich hier gerne wieder:

Wir hatten am 6.November ein spannendes Forum mit Ian Kyburz zum Thema Circling.

Wie die anderen Teilnehmenden war auch ich verblüfft, über die Tiefe und Nähe, die beim Circling-Praktizieren in sehr kurzer Zeit in der Gruppe entstand.

Durch die IBP Arbeit sind wir uns ja an Gewahrsein im Hier und Jetzt gewöhnt. Wenn wir das bei uns Wahrgenommene jedoch ungefiltert ausdrücken und eine andere Person hat möglicherweise eine Resonanz dazu und drückt diese wiederum auch aus, kann sogleich eine lebendige und tiefe Dynamik entstehen.

Dieser Prozess hat uns alle begeistert und berührt.

So kann ich allen empfehlen, Circling einmal auszuprobieren.

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